Warum eine neue NGO?
Wir mussten feststellen, dass es bisher keine Organisation gibt, die sich in der Art und Weise für die Achtung der politisch-bürgerlichen Menschenrechte in autoritären bzw. diktatorischen Staaten einsetzt, wie wir es für notwendig halten. Wir möchten diesem Thema die oberste Priorität einräumen. Viele unserer Mitglieder verfügen über jahrelange Erfahrung in der Menschenrechtsarbeit zu Belarus. Libereco entstand aus dem Bedürfnis heraus, auf die zahlreichen Verletzungen der politisch-bürgerlichen Freiheitsrechte in Belarus innerhalb kurzer Zeit schnell und effizient reagieren zu können. Eine (noch) kleine und flexible Organisation mit kurzen bürokratischen Wegen und einer Vielfalt von persönlichen Kontakten nach Belarus ist dafür unserer Ansicht nach am besten geeignet. Für uns ist dabei jedoch ganz klar, dass wir unsere Arbeit gemeinsam mit neuen Mitstreitern auf weitere Länder ausdehnen wollen und sehen Belarus hier nur als Anfang.
Natürlich gibt es einige andere Menschenrechtsorganisationen, die sich für gleiche oder ähnliche Ziele einsetzen wie wir. Wo immer möglich, suchen wir die Zusammenarbeit mit solchen Organisationen. Darüber hinaus sind wir zu Themen und Fällen aktiv, die von anderen NGOs nicht aufgegriffen werden.
Warum beschränken wir uns auf bestimmte Menschenrechte?
Weniger ist manchmal mehr. Im Menschenrechtsbereich gibt es viele andere Organisationen, die sich aktiv und erfolgreich zu verschiedensten Menschenrechtsthemen engagieren. Die meisten anderen Organisationen konzentrieren sich dabei ebenfalls auf selbst gewählte Schwerpunktthemen (z.B. Reporter ohne Grenzen auf Pressefreiheit, Pro Asyl auf den Flüchtlingsschutz, Terre des Hommes auf Kinderrechte). Indem wir uns auf den Themenbereich der politisch-bürgerlichen Menschenrechte konzentrieren, können wir unsere Kräfte effizienter und zielgerichteter einsetzen. Wir können dadurch die Einhaltung dieser Rechte besser beobachten und eine Verletzung derselben effektiver bekämpfen. In der Öffentlichkeit sind wir mit einer Schwerpunktsetzung und einem klaren Profil, gerade auch für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen, besser erkennbar und können letztendlich mehr Menschen zu Protesten gegen Menschenrechtsverletzungen mobilisieren und für eine Mitarbeit motivieren.
Warum konzentrieren wir uns auf die politisch-bürgerlichen Menschenrechte?
Es sind gerade die politisch-bürgerlichen Menschenrechte, die wir in unserem eigenen Umfeld als völlig selbstverständlich ansehen, so dass es hier für uns wichtig ist, gerade hier auf Missachtungen dieser Rechte in anderen Ländern aufmerksam zu machen.
Wir wissen, dass auch heute noch in vielen autoritär bzw. diktatorisch regierten Ländern Menschen verfolgt werden, die ihre Rechte auf Meinungs-, Versammlungs-, Vereinigungs-, Presse-, Religions- oder Gewissensfreiheit in Anspruch nehmen. Wir denken, dass es wichtig ist, sich für diese Verfolgten und Unterdrückten einzusetzen. Und wir meinen, dass es hierfür eine Organisation braucht, welche die Verletzung der politisch-bürgerlichen Menschenrechte in den unverwechselbaren Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt.
Die politisch-bürgerlichen Menschenrechte werden oft als die „klassischen Menschenrechte und Grundfreiheiten“ bezeichnet und sind im Internationalen Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte (1966) verankert. Die sogenannten „Menschenrechte der zweiten Generation“ umfassen die lange Zeit vernachlässigten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechten. Zu diesen Menschenrechten sind heute zahlreiche andere Organisationen aktiv, so dass diese Themen verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen.
Wir denken, dass es wichtig ist, die politisch-bürgerlichen Menschenrechte nicht aus dem Blick zu verlieren.
Wir sehen die Gewährung der politisch-bürgerlichen Menschenrechte als Voraussetzung und „Wegbereiter“ dafür an, auch andere Menschenrechte wahrnehmen und durchsetzen zu können. Nur wer seine Meinung frei äußern darf, kann sich über Missstände, die andere Menschenrechte betreffen, auch beschweren. Nur wer sich versammeln darf, kann sich zusammentun, um herrschende Probleme in einem Land zu verbessern.
Mit unserer Beschränkung auf die politisch-bürgerlichen Menschenrechte möchten wir diese gegenüber anderen Menschenrechten nicht als wichtiger darstellen oder höher bewerten. Menschenrechte lassen sich nicht gegeneinander ausspielen. Doch wir wollen sie in der öffentlichen Aufmerksamkeit bewahren.
Was sind unsere Ziele?
Wir möchten Informationen über Verletzungen der politisch-bürgerlichen Menschenrechte sammeln, aufarbeiten und öffentlich bekannt machen. Wir wollen eine kritische Öffentlichkeit dafür mobilisieren, mit Appellen und Aktionen gegen Menschenrechtsverletzungen zu protestieren und so auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage hinzuwirken. Wir möchten den Opfern von Menschenrechtsverletzungen helfen und ihnen unsere Solidarität ausdrücken.
Wie wollen wir unsere Ziele erreichen?
Wir informieren über Menschenrechtsverletzungen und fordern zu Protesten dagegen auf. Wichtig ist, größtmöglichen öffentlichen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben, um Menschenrechtsverletzungen zu beenden. Dies wollen wir durch aktive Mitglieder und durch intensive Presse- und Lobbyarbeit erreichen.
Was wollen wir mit unseren Aktionen erreichen?
Wir wollen Menschenrechtsverletzungen öffentlich bekannt machen, durch Proteste stoppen und die Menschenrechtslage in unseren Schwerpunktländern verbessern. Wir wünschen uns, dass viele Menschen nicht wegsehen, sondern mit uns gemeinsam aktiv ihre Stimme gegen Unrecht erheben und so die Opfer von Menschenrechtsverletzungen unterstützen. Langfristig wünschen wir uns, dass es keine Länder mehr gibt, in denen man verfolgt wird, weil man seine Meinung frei sagt oder friedlich demonstriert.
Bringt das irgendwas?
Die Arbeit anderer Menschenrechtsorganisationen, denen wir ideell verbunden sind, war in den vergangenen Jahrzehnten von großem Erfolg gekrönt. Tausende politische Gefangene wurden freigelassen, die Welt ist auf dem Weg zur Abschaffung der Todesstrafe, internationale Gerichtshöfe wie bspw. der Internationale Strafgerichtshof wurden etabliert.
Wir werden an dieser Stelle künftig auch über die Erfolge unserer Arbeit informieren.
Warum ist unsere Arbeit heute noch nötig?
Leider gibt es noch immer viele Länder, auch in unserem direkten Umfeld, in denen Menschenrechte, die wir als selbstverständlich ansehen, nicht geachtet werden. Auch heute noch sitzen abertausende Menschen in den Kerkerzellen autoritärer bzw. diktatorischer Regimes. Solange es politisch Verfolgte gibt, ist unser Einsatz für diese Menschen nötig. Es ist immer noch dringend erforderlich, sich für die Achtung der politisch-bürgerlichen Menschenrechte einzusetzen denn täglich werden Menschen verfolgt, weil sie ihre Meinung sagen, ihren Glauben praktizieren oder sich zivilgesellschaftlich engagieren wollen.
Zu welchen Ländern arbeitet Libereco?
Unser Schwerpunkt liegt auf autoritär bzw. diktatorisch regierten Ländern. Den Menschen, die in diesen Staaten unter politischer Verfolgung und Unterdrückung leiden, möchten wir beistehen. Unser erstes Schwerpunktland ist Belarus (Weißrussland). Die Arbeit zu weiteren Ländern befindet sich im Aufbau und hängt wesentlich von den Interessen und dem Engagement neuer Mitglieder ab, die wir gern willkommen heißen.
Was bedeutet „Partnership“ in unserem Namen?
Partnership bedeutet, dass wir mit anderen Organisationen und Initiativen partnerschaftlich zusammenarbeiten. In den von Menschenrechtsverletzungen betroffenen Ländern orientieren wir uns an den Informationen der dort ansässigen Menschenrechtsorganisationen (bzw. deren Auslandsvertretungen sofern eine Arbeit im Lande selbst nicht möglich ist). In Ausrichtung an den Bedürfnissen und Empfehlungen dieser Partnerorganisationen machen wir Menschenrechtsverletzungen öffentlich und rufen zu Protesten dagegen auf um so den Betroffenen zu helfen.
Gemeinsam mit Organisationen und Initiativen aus aller Welt entwickeln und koordinieren wir gemeinsame Aktionen und Appellaufrufe um möglichst viele Menschen zum Handeln gegen Menschenrechtsverletzungen zu mobilisieren und um diese so zu beenden.
Mit welchen NGOs arbeiten wir zusammen?
Themen- oder Zielgruppenbezogen arbeiten wir mit solchen Organisationen und Initiativen zusammen, mit denen wir ähnliche Ziele teilen. Die Zusammenarbeit zu einem bestimmten Thema bedeutet dabei nicht, dass wir Ziele und Ansichten unserer Partner zu anderen Themen übernehmen oder befürworten. Das gilt insbesondere für politische Stellungnahmen und Forderungen.
Ist Libereco an bestimmte Religionen, Parteien oder Weltanschauungen gebunden?
Libereco versteht sich als überkonfessionelle und überparteiliche Organisation. Wir sind offen für Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen.
Libereco grenzt sich von allen rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Organisationen scharf ab.
Warum spenden?
Libereco finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Bußgeldzuweisungen sowie Zuwendungen von Stiftungen und Förderprogrammen. Aus Gründen der Unabhängigkeit nehmen wir keine Gelder von Regierungen an. Die Arbeit von Libereco wird durch Spenden, die unsere Haupteinnahmequelle darstellen, überhaupt erst ermöglicht.
Was kann ihre Spende ermöglichen – wofür verwenden wir Spendengelder?
Für 10 Euro (15 Schweizer Franken) können wir unsere Webseite 12 Tage lang online schalten.
Für 55 Euro (83 Schweizer Franken) können wir das Porto für Briefe an 100 Abgeordnete des Deutschen Bundestages bezahlen und sie über aktuelle Fälle von Menschenrechtsverletzungen informieren.
Für 200 Euro (300 Schweizer Franken) können wir 5000 Appell-Postkarten drucken (natürlich bei ökologischen Druckereien auf Recyclingpapier).
Für 500 Euro (750 Schweizer Franken) können wir mit einem Infostand an 3 Tagen in der Agora auf dem Ökumenischen Kirchentag in München im Mai 2010 vertreten sein.
Wer kann Mitglied bei Libereco werden?
Mitglied kann jede Person ab 16 Jahren werden, die den Zielen von Libereco zustimmt und sich gegen Verletzungen der politisch-bürgerlichen Menschenrechte einsetzen möchte, um so den davon Betroffenen zu helfen. Eine Mitgliedschaft unter 16 Jahren ist möglich, wenn die Erziehungsberechtigen dem zustimmen.
Man kann dem deutschen Verein Libereco – Partnership for Libereco e.V. beitreten. Ein Beitritt zum schweizerischen Verein Libereco – Partnership for Human Rights ist ebenfalls möglich. Auch Personen außerhalb Deutschlands und der Schweiz können Mitglied werden.
Als Mitglied zahlt man einen Jahresbeitrag und kann über die Ziele, Aktionen und die weitere Entwicklung von Libereco mitentscheiden. Auf der Mitgliederversammlung ist man als Mitglied stimmberechtigt.
Was macht man als Mitglied von Libereco?
Als Mitglied hat man die Möglichkeit, aktiv bei Libereco mitzuarbeiten, sofern man dies möchte. Eine aktive Mitarbeit ist jedoch keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft. Jede/r kann sich gemäß der persönlichen Interessen und der vorhandenen Zeit bei Libereco engagieren.
Wenn man aktiv mitarbeiten möchte, kann man dies z.B. in diesen Bereichen tun:
- Recherche von Menschenrechtsverletzungen
- Verfassen von Fallschilderungen, Appellbriefen und Aktionsaufrufen
- Konzipierung, Koordination und Organisation von Aktionen und Kampagnen
- Organisation lokaler Informationsstände und Veranstaltungen
- redaktionelle Pflege von Webseite und Newsletter
- Verfassen von Pressemitteilungen und Hintergrundartikeln
- grafische und inhaltliche Erstellung von Aktionsmaterial (Flyer, Poster, Postkarten)
- Programmierung und Fortentwicklung von Webseite, Online-Aktionselementen und Webbannern
- Betreuung von Präsenzen in Social Networks (Facebook, Twitter)
- Lobbyarbeit bei Parlamentariern
- Kontaktpflege zu Partnern und Multiplikatoren
- Fundraising
- vereinsinterne Administration (Mitglieder- und Spenderbetreuung)
- Gründung neuer Libereco-Gruppen (wir unterstützen dich gerne bei der Gruppengründung)
- Übersetzungen von Texten (vor allem deutsch-englisch und umgekehrt)
... und natürlich kann man viele weitere eigene Ideen zur Mitarbeit einbringen!
Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?
Mitglieder zahlen in Deutschland einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 50 Euro, bzw. ermäßigt 30 Euro und in der Schweiz von 80 Franken, bzw. ermäßigt 40 Franken. Ermäßigung erhalten Auszubildende, Studenten, Renter und Arbeitssuchende.